st-lorenz-schoeningen
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Zur Geschichte
Baugeschichte der Klosterkirche
Außenbau
Innenraum
Malereien
Ausstattung
Die archäologischen Befunde

Innenraum

Bereits um 1160 begann man mit Umbauarbeiten. Die Hauptapsis und der Chor wurden eingewölbt. Dem Chor wurden doppelgeschossige, zweijochige Nebenchöre hinzugefügt, die durch eine Doppelarkatur zum Hauptchor hin geöffnet waren und heute zum Teil zugesetzt sind. Die tief in die Mauern eingelassenen, halbrunden, apsidialen Nischen an der Ostseite der Querhausarme waren zu keiner Zeit zur Kirche hin offen. An der Westseite der Querhausarme wurden die heute zugesetzten Arkaden zu den ehemaligen Seitenschiffen des Langhauses mit Malereien ausgeschmückt.

Das mit einem reichen Netzgewölbe versehene Langhaus ist mit figürlichen Schlusssteinen ausgestattet, die die Datierung 1491 und 1492 tragen. Die 13 Schlusssteine stellen von Osten nach Westen dar: 1. Christus mit der Weltkugel, 2. Einen großen Ring mit Minuskelinschrift, 3. Christus als Weltenrichter, 4. Christus als Schmerzensmann zwischen zwei Engeln, 5. Minuskelinschrift, die besagt, dass das Langhaus 1492 vollendet wurde, 6. und 7. Musizierende Engel, 8. bis 11. Heilige, darunter der Schutzpatron der Kirche, der hl. Laurentius mit dem Rost, 12. Christuskopf, 13. Christus an der Martersäule. Die Rippen setzen über Konsolen mit Gesichtern und Fratzen an. Am westlichen Ende des Langhauses befindet sich über dem Zugang zum Westbau eine reich mit gotischem Maßwerk ausgestatte Empore mit der Orgel.

Der westliche Anbau an das Langhaus ist ein zweijochiger, doppelgeschossiger Westvorbau mit tief herabgezogenen Gewölbe, die mit figürlichen Schlusssteinen besetzt sind. Die beiden Räume im Grundgeschoss werden als "Himmel" und "Hölle" bezeichnet.

Den Namen Himmel erhielt der östliche der beiden unteren Räume aufgrund seiner Deckenbemalung. In der Mitte befindet sich eine große gemalte Rose, die von einem Kreis eingeschlossen ist, aus dem ein Strahlenkranz erwächst, der wiederum von einem dreifarbigen Kreis umschlossen wird. Um diesen Kreis sind eine Sonne, ein Mond und fünf Sterne plaziert. Die Gewölbekappen sind mit einem plastischen, helldunklen Würfelmuster ausgemalt. In der Mitte der Rose ist an den Rippen des Gewölbes ein Schlussstein angebracht, der Christus mit der Geißel zeigt.

Auch der westliche der beiden Räume erhielt seinen Namen wegen seiner künstlerischen Gestaltung. Die Schlusssteine stellen Szenen aus der Hölle dar. Ein Schlussstein zeigt eine sitzende Figur, deren Brust ein verzerrtes Antlitz darstellt, ein anderer einen Dudelsackpfeifer. Den anderen Figuren fehlen die Köpfe. Ein Schlussstein ist verschollen.

Auch das Obergeschoss, die so genannte Winterkapelle, ist in zwei Räume mit tief herabgezogenen Gewölben gegliedert. Zu Zeiten des Klosters könnten diese Räume als Armarium (Bibliothek/Archiv) gedient haben. Zu erreichen ist das Obergeschoss vom Langhaus über die Empore mittels einer Wendeltreppe vor der ehemaligen Nordtür oder durch ein schmales Treppenhaus an der Nordseite des Westbaus, das im Rahmen der vorletzten großen Wiederherstellungsmaßnahmen der Kirche Mitte des 19. Jahrhunderts in neogotischem Stil angefügt worden ist. Im östlichen oberen Raum ist als Schlussstein König David mit Harfe dargestellt und im westlichen Raum wird das Motiv der Rose verkleinert als Schlussstein wieder aufgenommen.