st-lorenz-schoeningen
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Zur Geschichte
Baugeschichte der Klosterkirche
Außenbau
Innenraum
Malereien
Ausstattung
Die archäologischen Befunde

Die Kirche

Schon von weither grüßen die beiden Türme von St. Lorenz. Sie weisen bereits auf eine Besonderheit hin: sie liegen nicht, wie sonst üblich, im Westen, sondern im Ostteil am Chorraum der Kirche. Anhand der Gründungsurkunde des Klosters lässt sich der Baubeginn auf etwa 1120 datieren. Am 18. Oktober 1120 beauftragte Bischof Reinhard von Halberstadt Propst Thietmar, der gleichzeitig Propst in Hamersleben und Kaltenborn war, mit der Durchführung seiner Baupläne.

Von dem ursprünglich romanischen Bau sind nur noch Teile des Querhauses und des Chores erkennbar, so dass sich seine einstige Gestalt nur noch erahnen lässt. Hierzu haben sich in der Forschung zwei unterschiedliche Meinungen gebildet. Einerseits wird vermutet, dass die Kirche eine einfache, flachgedeckte, dreischiffige Basilika mit Querhaus und einem Westwerk mit einem oder zwei Türmen gewesen sei, andererseits wird angenommen, dass der Bau niemals in seiner ursprünglichen Planung vollendet worden sei.

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurden, wohl in unmittelbarer Nachfolge von Königslutter, einschneidende Umbauten vorgenommen. Aus einem Sendschreiben des Bischofs Eckehardt von Merseburg aus dem Jahr 1235 geht hervor, dass der Bau der Kirche zu dieser Zeit noch unvollendet war. Nach Berichten soll ein Brand im Jahr 1291 fast sämtliche Nebengebäude des Klosters ergriffen haben, die Kirche aber soll durch einen plötzlichen Richtungswechsel des Windes verschont geblieben sein. Aus den wenigen erhaltenen Urkunden geht hervor, dass im Jahre 1391, 1397 und 1400 weitere Bauvorhaben bestanden haben, die sich aber nicht mehr bestimmen lassen. Im 15. Jahrhundert sind das Langhaus und der Westteil zerstört worden. Die Ursache der Katastrophe ist bis heute ungeklärt. Neben einer Brandkatastrophe kämen statische Probleme, die durch das Absacken des Bodens entstanden sein könnten, in Frage. Die Zerstörung ist zwischen 1400 und 1457 anzusetzen. Ein Ablass aus dem Jahre 1502 bezieht sich wahrscheinlich auf die Erneuerung der zerstörten Bauteile der Klosterkirche.

Die heutige Gestaltung des Innenraumes (Entfernung der Kirchenbänke, Einrichtung des beweglichen Altars in der Vierung und Herstellung des jetzigen Fußbodenniveaus) erfolgte im Zuge der Sanierung von 1975 bis 1983.