st-lorenz-schoeningen
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Zur Geschichte
Baugeschichte der Klosterkirche
Außenbau
Innenraum
Malereien
Ausstattung
Die archäologischen Befunde

Die Ausstattung

Das längst der beiden Seitenwände des Langhauses aufgestellte spätgotische Chorgestühl ist aus Eichenholz gefertigt und nur noch unvollständig erhalten. Es wurde bisher aufgrund einer Minuskelinschrift auf einer der Miserikordien (Gesäßstützen) auf 1480 datiert. Die Inschrift ist aber heute nicht mehr entzifferbar. Ein Teil des Gestühls scheint jedoch aufgrund des ausgeführten Schnitzwerks älter zu sein und ist auf die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts zu datieren. Unter der Minuskelinschrift ist der Name hermanus brandes zu entziffern, der des Meisters oder des Auftraggebers. Unter der Miserikordie ist das Brustbild eines jungen Mannes dargestellt, unter dem ein Kelch, vielleicht ein Abendmahlskelch, eingeritzt ist, aus dem zwei Flammen oder Strahlen herausragen. Einen interessanten Aspekt stellen die vor allem am Miserikordienschmuck der Klappspitze gefundenen orange-roten und weißen Farbreste dar, die Aufschluss über eine mögliche frühere farbliche Fassung des Gestühls geben.

Die leider heute zu einer halbrunden Form verkürzten Abschlusswangen lassen die ursprüngliche Gestalt des Chorgestühls nur noch erahnen. Auch die in den Accoudoirs (Armlehnen) vorhandene obere Längsnut zeigt eindeutig, dass ursprünglich ein hölzernes Dorsal (Rückwand) und vermutlich auch ein bekrönender Baldachin den vorhandenen Torso ergänzt haben.

Eine genaue Datierung des Chorgestühls lässt sich zurzeit nicht herleiten. Hinzu kommt, dass es Unterschiede im Schnitzwerk gibt. Die beiden Abschlusswangen sind mit figürlichen Reliefs geschmückt. Auf der rechten Seite, an der nördlichen Seitenwand, ist die hl. Margarethe mit dem bezwungenen Teufel in Panthergestalt dargestellt, in der linken Hand die Leine, mit der sie den Teufel hält und in der Rechten das Kreuz, mit dem sie den Teufel bezwungen hat. Auf der linken Seite, an der südlichen Seitenwand, handelt es sich höchstwahrscheinlich um die hl. Maria Magdalena mit Salbgefäß und Turban. Auf ihrer linken Gesichtshälfte scheinen Tränen dargestellt zu sein. Die vier hinteren Abschlusswangen weisen jeweils unterschiedliches Maßwerk auf.

Von besonderem Reiz sind die zehn geschnitzten Holzrelieftafeln, die heute über dem Chorgestühl zu beiden Seiten des Langhauses in einer neuen Rahmung angebracht sind. Sie stammen aus dem 15. Jahrhundert und stellen Szenen aus dem Passionszyklus dar. Vermutlich sind sie Teile eines ehemaligen Flügelaltars. Es gibt aber in der neueren Forschung Überlegungen, dass die zehn Relieftafeln ursprünglich ein Teil des Chorgestühls gewesen sein können, da sie in die fehlenden Dorsale gepasst hätten.

Die Abfolge der zehn Tafeln stellt den Leidensweg Christi dar: den Einzug in Jerusalem, das Abendmahl, das Gebet auf dem Ölberg, die Gefangennahme Christi, die Verspottung Christi, das Verhör vor Pilatus, das Schweißtuch der Veronika, die Grablegung, die Höllenfahrt und die Auferstehung. Die Tafeln waren der Kirche bei Renovierungsarbeiten im 19. Jahrhundert verloren gegangen, als sie von einem -wenig kunstverständigen Baumeister von ihrem früheren Standort entfernt und den in der Kirche tätigen Werkleuten zu beliebigem Gebrauch überwiesen wurden- (Schreiben von Pfarrer Teichmann aus Hoiersdorf an das Herzogliche Consistorium vom 24. April 1909). Erfreulicherweise erhielt die Kirche die Tafeln später als Schenkung zurück.

An der Nordseite des Langhauses befindet sich ein spätgotisches Sakramentshäuschen aus dem 15. Jahrhundert mit Szenen aus dem Jüngsten Gericht. Links unten ist ein Kopf mit geschlossenen Augen zu sehen (wohl ein Mönch), darüber eine betende Figur in einem offenen Sarg und wiederum darüber ein von Höllengeistern gefesselter und gepeinigter Mensch. Rechts ist ein musizierendes Höllenwesen zu sehen, das seine Krallenfüße auf eine Figur gesetzt hat, und darüber von Teufeln gepeinigte Menschen. In der Mitte darüber thront Christus als Weltenrichter mit Lilie und Schwert, die strahlenartig auf seinen Mund weisen. Links und rechts neben ihm ist je ein musizierender Engel dargestellt. Die hölzerne Tür wird zu beiden Seiten von je einem leeren Baldachin, der von einer Fiale bekrönt ist, umrahmt. Über der hölzernen Tür befindet sich ein geschweifter gotischer Spitzbogen, der mit Krabben besetzt ist und als Abschluss eine Kreuzblume trägt. Das Innere des Bogens ist mit gotischem Maßwerk verziert. Die ganze Szenerie wird von einem Baldachin überdacht, dessen reich mit Maßwerk verzierte Spitzbögen in den Raum hineinragen. Bekrönt wird der Baldachin von einer Kreuzblume. Trotz einiger fehlender Stellen ist das aus Sandstein gefertigte Häuschen in einem guten Zustand.

Ebenfalls zur Ausstattung gehören zwei vergoldete silberne Abendmahlskelche. Der wahrscheinlich jüngere der beiden Kelche trägt das Meisterzeichen des Goldschmieds Johann Wagner und wurde 1691 der Kirche St. Lorenz gestiftet. Der Kelch trägt unter dem Stehrand folgende gravierte Inschrift: -Sylvester Becker - probst - Daniel Köhler - Verwalter Des CI.St.Laurenty Für Schöningen 1691- . Die dazugehörige Patene trägt wie der Kelch das Meisterzeichen Wagners. Auf einem der sechs Pässe des Fußes ist eine reliefierte Kreuzigungsgruppe angebracht.

Der wohl ältere der beiden Kelche trägt unter dem glatten, runden Fuß folgende Inschrift: -AVS LIEBE ZVR EHRE GOTTES HAT D. CAROLL HESSE F.B.L. VERWALTER D.CLOSTERS ST.LAVRENTY FVR SCHÖNINGEN DIESEN KELCH RENOV:LASSEN Ao 1683- .

Der Kelch trät kein meisterzeichen und ist auf Anfang bis Mitte des 14. Jahrhunderts zu datieren. Die sechs auf den wulstigen Knauf aufgesetzten, verzierten rauten bilden mit ihren Buchstaben den Namen IHESVS. Auf dem Fuß ist ein lateinisches Balkenkreuz eingraviert, dessen drei kleine Löcher auf einen inzwischen verlorenen Korpus hindeuten.

Zur Ausstattung gehören weiterhin ein schlichter Taufstein (wohl romanisch), eine steinerne Kanzel aus dem Jahre 1903 und ein aus dem 19. Jahrhundert stammendes aus Eichenholz geschnitztes Kruzifix.

Des Weiteren sind an den Innen- und Außenwänden der Kirche verschiedene Epitaphe aus dem 17. Und 18. Jahrhundert zu finden. Die Orgel wurde 1997/98 von der Orgelbauwerkstatt Becker, Kupfermühle, errichtet. Sie umfasst 37 Register auf zwei Manualen und Pedalen.