st-lorenz-schoeningen
st-lorenz-schoeningen

Der Bibelgarten
Bibelgarten - Garten der Begegnung Pflanzen der Bibel

1. Obstbäume
2. Bäume und Büsche
3. Feldfrüchte und Gartenpflanzen
4. Pflanzen in Feuchtgebieten
5. Duftstoffe
6. Dornen und Disteln
7. Blumen und Feldblumen
8. Wüstenpflanzen
9. Wilde Kräuter

Der Mensch der Bibel und seine Pflanzen
Wörterbuch zur biblischen Pflanzenwelt

St. Lorenzkirche im Frühling

Bildergalerie

St. Lorenz Bibelgarten (download)

Wörterbuch zur biblischen Pflanzenwelt

Weinrebe:

Die ersten Hinweise auf eine Weinrebenkultur gehen zurück in die frühe Bronzezeit Palästinas, Syriens, Ägyptens und der Ägäis. Nach Deutschland kam der Weinbau im 2. Jahrhundert n. Chr. durch die Römer. Die Weinrebe gilt als die am meisten kultivierte Obstpflanze der Erde.
Im biblischen Palästina prägten Weinberge die Landschaft. Im Alten Testament ist der Weinstock oft Sinnbild des Volkes Israel. Zusammen mit der Feige symbolisiert er Frieden und Sicherheit (Micha 4,4; 1. Könige 5,5).

Dattelpalme:

Dattelpalme
Die Dattelpalme ist einer der ältesten und charakteristischsten Obstbäume in der Welt der Bibel. Die Dattelpalme gab es schon um ca. 4000 v. Chr. z.B. in Ägypten und Mesopotamien. Fast alle Teile der Dattelpalme wurden genutzt: die Stämme als Bauholz, Dächer, Zäune, Brennholz; die Blätter für Matten und Körbe oder als Viehfutter. Die Datteln wurden frisch oder getrocknet gegessen, gepresst zu Sirup (Dattelhonig) verarbeitet oder es wurde aus dem Saft Palmwein oder Schnaps (Arrak) gewonnen. Datteln gehören, wie auch die Weinrebe, zu den sieben Früchten des gelobten Landes Kanaan.
Die Dattelpalme wurde als Sinnbild für Eleganz und Grazie dargestellt (Hohelied 7, 7-8). Bis heute wird in Jerusalem am Palmsonntag der Einzug Jesu mit Palmenzweigen gefeiert.

Feige:

Die erste mit Namen erwähnte Pflanze in der Bibel ist die Feige. Bei Ausgrabungen der antiken Stadt Geser fand man 7000 Jahre alte getrocknete Feigen. Feigen waren in biblischer und nachbiblischer Zeit ein sehr wichtiges Nahrungsmittel, da sie durch ihren hohen Zuckergehalt - bei Rosinen durch Trocknung konserviert - für die obstlose Zeit gelagert werden konnten. Die Feige wird häufig zusammen mit der Rebe erwähnt und symbolisiert Wohlergehen und Frieden. Die Feige zählt ebenfalls zu den sieben Früchten des gelobten Landes. Jesus verwendete den Feigenbaum in einem seiner Gleichnisse (Lukas 13,5-9).

Öl-/Olivenbaum:

Schon seit biblischer Zeit ist der Ölbaum in Israel der am meisten verbreitete Kulturbaum mit großer landwirtschaftlicher Bedeutung und hohem Ansehen. Bei Ausgrabungen eines Ortes nördlich des Toten Meeres wurden Olivenkerne und Getreidesamen aus der Zeit um 3700 v. Chr. gefunden. Die Früchte des Ölbaumes werden seit biblischer Zeit in Salzlake oder Essig eingelegt und dienen das ganze Jahr über als Nahrung. Der Olivenbaum wird bis zu 6m hoch. Das harte, schön gemaserte Holz wurde zu König Salomos Zeit zum Tempelbau verwendet (1. Könige 6, 23,31,33). Der Olivenbaum wird 150mal in der Bibel erwähnt. In der Flutgeschichte symbolisiert der Ölzweig Leben, Hoffnung und Frieden (1.Mose 8,11). Die Olive zählt zu den sieben Früchten des gelobten Landes.

Weizen:

Weizen
Bereits vor etwa 8500 Jahren begann man mit der Züchtung vom wilden Weizen zum Kulturgetreide. Dies geschah auch in Dörfern Israels. Der Hartweizen ist nach dem Saatweizen die wichtigste Weizenart weltweit. Der Hartweizen findet Verwendung auch schon zu biblischer Zeit zum Backen von Fladenbrot. Ebenso aus Hartweizenmehl wurden als Opfergaben im Tempel die Schaubrote und das ungesäuerte Brot gebacken (4. Mose 9,11). In der Bibel werden Arbeitsgänge wie das Ernten und Dreschen, das Reinigen und Worfeln des Hartweizens erwähnt. Weizen ist eine von den sieben Früchten, mit denen das von Gott verheißene Land Kanaan gesegnet war.

Gerste:

Wahrscheinlich wurde mit dem Anbau der Gersten - Wildform und deren Züchtung vor etwa 8500 Jahren im Irak begonnen. Im Vergleich zum Weizen ist die Saatgerste anspruchslos. Die Gerste findet Verwendung als Futtergetreide für das Vieh. Als Nahrung wird sie zu Graupen, Grütze und Brei, weniger zu Brot verarbeitet. Aus Gerste wird Bier gebraut und Whiskey destilliert. Die Gerste wird mehr als 30mal in der Bibel erwähnt, davon 13mal zusammen mit dem Weizen.
Der Wert der Gerste wurde geringer bewertet als der von Weizen, gehörte aber auch zu den sieben Früchten (Offenbarung 6,6). Bei der Bestimmung der Jahreszeiten richtete man sich nach der Gerstenernte (Ruth 1,22; Samuel 21,9).

Granatapfel:

Der Granatapfelbaum wird seit Tausenden von Jahren als Obstbaum angepflanzt, aber auch als Ziergehölz der auffälligen Blüten wegen. Die Fruchtschale liefert einen Farbstoff zum Rotfärben des Marokkoleders. Die Stammrinde dient ebenfalls zum Färben und zu Heilzwecken. Im Inneren der rötlichen, ledrigen, apfelähnlichen Früchte befindet sich eine Unzahl von Kernen. Sie sind von einem wohlschmeckenden, saftigen Fruchtfleisch umgeben. Der Granatapfel gehört zu den sieben Früchten des gelobten Landes (5.Mose 8,8).

Linse:

Die Linse gehört zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Die frühesten Ausgrabungsfunde stammen aus der Zeit um 6500 v. Chr. im Nord - Irak (zusammen mit Weizen und Gerste). Vor 5000 Jahren wird die Linse in Israel heimisch. Die reifen Samen werden zu Suppen und Brei gekocht oder zusammen mit Getreide zu Mehl zermahlen. In Indien isst man die unreifen Hülsen als Gemüse. Die Linsen werden schon im 1. Mose 25, 29-34 als Nahrungsmittel erwähnt. Im 2. Samuel 17, 27-29 wird die Linse benannt und einige Kapitel weiter ist von einem Stück Acker mit Linsen die Rede. (2. Samuel 23, 11-12)

Senf:

Blühende Senfpflanze
Seit ältesten Zeiten kennt man die Senfpflanze. Bis vor kurzer Zeit wurde der schwarze Senf weltweit als Ölpflanze angebaut. Aus den Samen werden das Senfsamenöl und ein Heilstoff gewonnen. Außerdem wird aus dem Samen auch der Senf bereitet. Die Senfkörner dienen als Gewürz. Jesus vergleicht das Reich Gottes mit einem Senfkorn, das erst klein und unscheinbar ist, dann aber ertragreich wird und nicht zu übersehen ist (Matthäus 13, 31-32; Lukas 13, 18-19 und Markus 4, 30-32). In ähnlicher Weise versinnbildlicht das Senfkorn die Kraft des Glaubens, der die größten Dinge zu vollbringen vermag (Matthäus 17,20; Lukas 17,6).

Lein/Flachs:

Flachspflanze
Die Geschichte des Flachsanbaus als Textilfaserpflanze führt zurück zu den frühesten Anfängen der menschlichen Zivilisation. Die ältesten Mumien Ägyptens wurden in Leinentücher eingewickelt. Der Anbau lässt sich im Mittleren Osten bis ca. 6000 v. Chr. zurückverfolgen. Zu Lebzeiten Mose wurde in Ägypten Flachs angebaut (2. Mose 9,31).

Heute hat die Baumwolle den zu biblischer Zeit sehr verbreiteten Flachsanbau in den Hintergrund gedrängt. Der Gewinnungsprozess von der rohen Pflanze zu verarbeitbaren Leinfasern zum Spinnen und Weben ist schwierig und aufwendig. Der Samen dient zur Ölgewinnung. Leinfaser wird sehr häufig in der Bibel erwähnt. Der Leichnam Jesu wurde nach jüdischem Brauch in Leintücher gewickelt (Johannes 19,40).

Rizinus:

Seit alter Zeit war der Rizinus verbreitet und sein Öl für Heilzwecke beliebt. In der Bibel kommt er nur in der Geschichte des Propheten Jona vor, wurde damit aber sehr bekannt. Unter den großen Blättern eines Rizinusstrauches sucht Jona Schutz vor der stechenden Sonne (Jona 4, 10-11). Die Geschichte von Jona und dem Rizinus wurde zu einer Beispielerzählung über die Liebe Gottes.

Libanonzeder:

Der letzte wilde Zedernbestand im Libanongebirge besteht nur noch aus etwa 400 Bäumen. Darunter stehen Exemplare mit einem Stammumfang von 15 Metern und einem Alter von über 2000 Jahren. Das wertvolle, duftende und dauerhafte Holz findet hauptsächlich als Tischler- und Bauholz Verwendung. Seit biblischer Zeit wurde wegen des begehrten Holzes Raubrodung betrieben.
Die Zeder wird mehr als siebzig Mal in der Bibel erwähnt. Der Tempel von Jerusalem und auch die Paläste der Könige waren überwiegend aus Zedernholz gebaut (1. Könige , 24-25).

Johannisbrotbaum:

Schon früh war der Johannisbrotbaum im gesamten Mittelmeergebiet als verwilderter und kultivierter Frucht- und Schattenbaum vertreten. Seine Früchte finden eine vielseitige Verwendung. Der aus dem Mark der Hülsen gepresste Saft wird getrunken, zu Sirup gekocht oder zu Alkohol gegoren. Nach Entfernung der harten Samenschale werden die Samenkerne zu Johannisbrotkernmehl zermahlen, als Dickungsmittel für Backwaren, Speiseeis und für Schlankheitskost gebraucht. Die gerösteten Hülsen ergeben einen Kaffee. Die reifen Samenkerne haben fast immer das gleiche Gewicht von 0,2 g. Daher verwendeten die Griechen die Samenkerne als Gewichtseinheit. Der Name Johannisbrotbaum steht nicht im Zusammenhang mit der Nahrung Johannes des Täufers. Die einzige Bibelstelle, wo die Schote erwähnt wird, steht im Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 1,16).

Myrrhenstrauch:

Die Myrrhe gehörte neben Weihrauch und Gold zu den drei Kostbarkeiten, die dem Jesuskind von den drei Weisen aus dem Morgenland dargebracht wurden (Matthäus 2, 10-11).
Es war Bestandteil des heiligen Salböls für Könige und Priester. Kurz vor der Kreuzigung Jesu wollten ihm die Soldaten Wein mit Myrrhe zu trinken geben, da Myrrhe eine narkotisierende Wirkung hat (Markus 15, 23).

Weihrauch:

Weihrauchharz
Der Weihrauchstrauch wächst in trockenen Gebieten Somalias und Südarabiens. Durch Anritzen der Rinde tritt das erst weißliche Harz aus, welches sich rasch zu gelblichen Körnern verhärtet. Beim Verbrennen des Harzes hat der Rauch einen aromatischen Duft. Weihrauchharz wurde oft als Räucheropfer dargebracht (2. Mose 30, 34-35)

Koriander:

Der Koriander war bereits früh als Gewürz und Arzeneimittel bekannt. Dafür verwendet man die reifen, kleinen und kugeligen, gelblich-weißen Samen. In der Bibel wird Koriander nur 2mal verwendet. Die Israeliten erinnert das Manna in der Wüste an Koriander (2. Mose, 16,31; 4. Mose 11,7).